Traditionelle Rollenbilder sind in Deutschland immer noch vorhanden. Daran wird auch der erste Gleichstellungsatlas nichts ändern, den das Familienministerium jetzt vorstellte. In Artikel 3 des Grundgesetzes heißt es: “Männer und Frauen sind gleichberechtigt.” 60 Jahre nach Verabschiedung des Grundgesetzes ist die Lebenssituation von Frauen und Männern noch immer sehr unterschiedlich. 70 Prozent Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit nach der Geburt des ersten Kindes, während die meisten Männer in dieser Lebensphase an ihrer Karriere arbeiten. 85 Prozent der Alleinerziehenden beispielsweise sind weiblich. Der erste Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland wurde am 17. September vom Bundesfamilienministerium veröffentlicht. Er liefert bis auf Kreisebene einen umfassenden und anschaulichen Überblick über die Unterschiede zwischen den Bundesländern bei der Umsetzung wichtiger gleichstellungspolitischer Ziele und der Schaffung gleichstellungsförderlicher Rahmenbedingungen.
“Chancengleichheit darf nicht nur ein Schlagwort sein. Der Gleichstellungsatlas bietet uns zum ersten Mal eine fundierte und detaillierte Datengrundlage für ganz Deutschland. Damit verfügen wir über eine solide Basis auch für künftige gleichstellungspolitische Weichenstellungen. Jeder sieht wo er steht. Transparenz und Vergleichbarkeit sind ein wichtiger Motor für Veränderungen”, sagte Bundesministerin von der Leyen.
Der 1. Gleichstellungsatlas stellt erstmals Daten und Statistiken zu Indikatoren wie beispielsweise Mandate in den Länderparlamenten, Hochschul- oder Juniorprofessuren oder Teilzeitbeschäftigung in Deutschland zusammen und bildet den erreichten Grad der Chancengleichheit in Karten und Tabellen ab. Die 30 in dem Atlas erfassten Indikatoren sind dabei den vier Kategorien Partizipation, Bildung und Ausbildung, Arbeit und Einkommen sowie Lebenswelt zugeordnet.